KSC trainiert erstmals wieder mit ganzer Mannschaft

KSC trainiert erstmals wieder mit kompletter Mannschaft - Sportdirektor weist auf zu erwartende Einbußen beim Gehalt hin

Karlsruhe. Der abstiegsbedrohte Karlsruher SC hat am Freitag erstmals seit der Einführung der Corona-Beschränkungen im März wieder mit der kompletten Mannschaft trainiert. Indes warnt Sportdirektor Oliver Kreuzer die Spieler vor finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise - auch internationale Profis.

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«Es war eine superlange Pause, jeder konnte darüber nachdenken, was am Anfang des Jahres passiert ist. Für uns waren das vor allem viele negative Sachen, das hatten wir uns alles anders vorgestellt», sagte Stürmer Philipp Hofmann. Der KSC war auf den vorletzten Tabellenrang der 2. Fußball-Bundesliga abgerutscht.

"Es war eine superlange Pause, jeder konnte darüber nachdenken, was am Anfang des Jahres passiert ist. Für uns waren das vor allem viele negative Sachen, das hatten wir uns alles anders vorgestellt."

KSC-Stürmer Philipp Hofmann

Über die kurze Vorbereitungszeit bis zum ersten Heimspiel gegen Darmstadt 98 am 16. März (13 Uhr) macht sich der 27-Jährige keine Sorgen. «Für mich persönlich ist das kein Problem, ich habe mich darauf eingestellt, dass es schnell wieder losgehen wird. Wir haben jetzt noch eine volle Woche, uns im Kleintrainingslager darauf vorzubereiten», sagte der Angreifer, der in dieser Saison mit bisher elf Treffern bester KSC-Torschütze ist. 

Corona-Situation aufgearbeitet

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Die Corona-Problematik hat Hofmann in vielen Gesprächen mit dem Mannschaftsarzt und den Teamkollegen aufgearbeitet. «Richtig Sorgen zu spielen haben wir uns nicht gemacht. Es wird ja jetzt auch alles gelockert. Und für uns war es wichtig, dass wir endlich wieder mit der ganzen Mannschaft trainieren können», sagte er.

Erste Wahl für das Quarantäne-Quartier ist ab Samstag laut Trainer Christian Eichner die Sportschule Schöneck in Karlsruhe. Sportdirektor Oliver Kreuzer hoffte, noch am Freitag die Genehmigung dafür zu bekommen.

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Nach Meinung von Kreuzer müssen sich Fußballprofis nach der Corona-Krise auf finanzielle Einbußen einstellen: «Die Gehälter werden überall sinken." Diese Entwicklung werde sich in allen Ligen bemerkbar machen. «Bei uns in der zweiten Liga vielleicht nicht so exorbitant wie im ersten Preisregal oben. Wenn ein Spieler heute acht Millionen verdient, dann wird er künftig weniger verdienen. Aber richtig weniger.»

"Das können die sich jetzt abschminken."

KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer hält Ablösesummen wie 150 Millionen Euro für Leroy Sané künftig für unrealistisch.

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Ablösesummen wie 150 Millionen Euro für Leroy Sané, die Manchester City vor der schweren Knieverletzung des Nationalspielers gefordert haben soll, seien passé. «Das können die sich jetzt abschminken», sagte Kreuzer. Stattdessen sei es vielerorts an der Zeit, darüber nachzudenken, wie man künftig solche Krisen besser überstehen könne.

Niemand war vorbereitet

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«Keiner hat ja geglaubt, das jemals so etwas eintritt», sagte der 54-Jährige. «Jetzt ist der Fall aber eingetreten und deswegen kann man einmal darüber nachdenken, ob man für so einen Fall nicht künftig Rücklagen bildet.»

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Auch beim KSC gebe es daher Überlegungen, wie man künftig besser mit solche Situationen umgehen könne. «Zum Beispiel, dass man sagt, vom TV-Geld legt man jedes Jahr zehn Prozent weg auf ein Sperrkonto», schlug der frühere Bayern-Profi vor. Beim badischen Traditionsclub hatten die Verantwortlichen aufgrund der brisanten Finanzlage zunächst eine Insolvenz in Eigenverantwortung der ausgegliederten Fußballabteilung in Betracht gezogen, dann aber eine Einigung mit den Gläubigern bis 2021 angestrebt. Sollte diese scheitern, muss am 15. Mai eine außerordentliche Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden.