Bildhauer gesteht Fälschung angeblicher Giacometti-Skulpturen

Stuttgart. Künstlergenie Alberto Giacometti soll höchstens 500 Skulpturen geschaffen haben. Auf mindestens das Doppelte brachte es ein Bildhauer, der sich deshalb vor Gericht verantworten muss. Vor dem Landgericht Stuttgart hat er nun die Giacometti-Fälschungen gestanden.

Sein Anwalt sagte, dem Angeklagten sei bewusst, dass seine Skulpturen auf dem Kunstmarkt als Originale ausgegeben wurden.

Der 56-Jährige gilt als künstlerischer Kopf einer Bande, die über Jahre mit wertlosen Metall-Skulpturen in Deutschland Millionen gemacht hat. Laut Anklage geht es um einen Schaden von acht Millionen Euro. Zudem habe es Pläne gegeben, mit Fälschungen weitere 50 Millionen Euro zu erzielen. Viele Skulpturen trugen die typischen Giacometti-Signaturen und die passenden Gießereistempel. Der Angeklagte habe die Skulpturen auch mit Signaturen versehen, am Vertrieb der Fälschungen sei er aber nicht beteiligt gewesen, sagte sein Verteidiger. Auch habe er keine Reichtümer angehäuft, sondern lebe mittellos. Sich selbst bezeichnete der Angeklagte als „glühenden Anhänger“ Giacomettis. Dessen Werke seien „super-genial einfach“. Das Landgericht Stuttgart hat in dem Fall bereits fünf Urteile gefällt: Die beiden anderen Köpfe der Bande, die mit den Fälschungen handelten, erhielten Haftstrafen von mehr als sieben Jahren.